Exklusiv: Ein Interview mit dem Designer Stefan Gant

Wie entstehen Leuchten?

Stefan Gant ist Gründer und Inhaber der Leuchtenfirma GANTLights. Das Unternehmen entwirft, produziert und vertreibt handgefertigte Designleuchten und Betonlampen aus kontrastreichen Materialien wie Kupfer, Holz und Gold. In großzügig geräumigen Atelier- und Büroräumen zu ebener Erde im Berliner Stadtteil Neukölln empfängt der Designer Stefan Gant zu einem Gespräch über sein bevorzugtes Material Beton und den Prozess des Entwerfens.

Herr Gant, wie sind Sie dazu gekommen, Leuchten aus Beton zu entwickeln?

Wie so oft verdankt sich das dem Zufall. Ich habe Architektur studiert und hatte schon immer eine gewisse Materialaffinität. Während meines Studiums habe ich häufig Modelle aus Beton gebaut, irgendwann auch Lampen – und das meistens in Nachtarbeit. Nach dem Studium habe ich eine Weile als Architekt gearbeitet, aber diese Stelle habe ich gekündigt, um in Vollzeit meine Leuchten machen zu können. Später hatte ich die Situation, dass ich für meine Küche akut neue Leuchten brauchte. Ich habe dann in meinem Keller erste Versuche durchgeführt, ob man dafür eine Leuchte aus Beton machen könnte. Dabei habe ich festgestellt, dass die Sache überhaupt nicht so einfach ist, wie ich dachte, superviele Probleme mit sich bringt und nicht so funktioniert, wie ich das will. Es hat ein halbes Jahr gedauert, bis ich das Produkt hatte, was ich wollte – und weil das so aufwändig war, musste sich das für mich irgendwie rechnen. Ich musste mein Modell also auf den Markt bringen und verkaufen und habe die Leuchte just for fun über DaWanda online gestellt. Der Erfolg war tatsächlich immens. Und jetzt sitzen wir hier mit sieben Leuten und betreiben ein kleines Unternehmen.

stefan-gant-b4
Eine Leuchte aus Beton, von innen vergoldet: Die Pendelleuchte B4 von Stefan Gant.

Was genau macht die Faszination des Werkstoff Betons für Sie aus?

Es sind tatsächlich die Änderungen der verschiedenen Aggregatzustände. Erst hat man nur Pulver und Wasser, dann kippt man beides zusammen und am Ende ist die Mixtur steinhart. Außerdem reizt mich die Art der Arbeit, die damit möglich ist – man kann es in jede Form gießen, man braucht nur ein Negativ und am Ende füllt es jede Ritze aus. Man kann wahnsinnig fein mit Beton arbeiten und auf der Oberfläche faszinierende Strukturen schaffen. Beton wird meistens mit Brücken oder Hochhäusern assoziiert, aber das damit auch feine Kleinstarbeiten möglich sind, ist den meisten Menschen nicht bewusst. Das fertige Produkt ist massiv, schwer, stabil und hält im Prinzip ewig. Man kann die Qualität des Betons auf Bildern gar nicht darstellen, das Material muss man haptisch erfahren, um seine hohe Güte schätzen zu lernen.

Gibt es Beton unterschiedlicher Qualitäten?

Aber ja! Heutzutage ist es so, dass Betonprodukte eigentlich aus Kunststoff bestehen und nicht die Qualität aufweisen, die sie haben könnten. Dabei handelt es sich zumeist um Kunststoffe, denen Farbpartikel beigemischt wurden. Wenn man das anfasst, hat man nicht die kühle und trockene Haptik wie von echtem Beton. Beton ist ja eigentlich ein Material aus der Architektur, aber ich lasse mich viel von der Architektur inspirieren. So ist zum Beispiel fast jedes Fensterbrett mit feuerverzinktem Blech abgedeckt. Das ist im Produktdesign noch nicht weit verbreitet und deshalb probiere ich aus, was sich damit alles machen lässt. Damit lassen sich tolle Materialkontraste schaffen!

Woran erkennt man echten und guten Beton?

Das vollständige Interview mit Stefan Ganz lesen Sie in Lampen und Leuchten. Ein Cairo-Ratgeber zu Licht, Beleuchtung und Leuchtmitteln.

Heute bestellt – morgen geliefert. Cairo!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.