Die Würde des Handwerks ist unantastbar

Ein Interview mit Sebastian Herkner

Sebastian Herkner (*1981) gehört zu den jüngsten und bedeutendsten Produkt- und Industriedesignern der Gegenwart. Mit spektakulären Entwürfen, die neue Technologien und klassisches Handwerk verbinden, ist Herkner zu internationaler Bekanntheit gelangt. Wir haben uns mit dem Gestalter in seinem Offenbacher Studio getroffen, um über Materialien, Handwerk und sein Designverständnis zu sprechen.

Herr Herkner, Sie sind als Designer ziemlich angesagt und sehr erfolgreich – wie sind Sie zum Design gekommen?

Also, zum Design bin ich vor allem durchs Studium gekommen. Die Kreativität und das Interesse dafür war allerdings immer schon da, aber als ich aufgewachsen bin und so um die 12 oder 13 Jahre alt war, gab es noch nicht den Begriff des Industriedesigns oder den Beruf des Produktdesigners.

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Wie hieß das damals?

Ich hatte als kleiner Junge keine genaue Vorstellung davon und glaube auch nicht, dass damals entsprechende Themen in der Presse vorkamen. In der Schule hatte ich einen Kunstleistungskurs und bin dort mit Bildhauerei, Malerei, Architektur und Fotografie in Berührung gekommen, aber Design war kein Schwerpunkt, wie es das heute vielleicht wäre. Design kam ja erst in den vergangenen zehn Jahren in die Gymnasien und wurde vorher nicht gelehrt. Und deswegen war einem das Thema gar nicht bewusst. Es gab natürlich jemanden, der Möbel entwarf oder machte, aber der Begriff des Designers war für mich nicht da, der kam mir erst später mit 15 oder 16 durch Museumsbesuche. Dabei wurde mir klar, dass Menschen wie beispielsweise Jacobsen in Kopenhagen, der viele verschiedene Möbel und Nutzobjekte entworfen hat, ein Industriedesigner ist. Aber durch die Schule wurde mir das nicht vermittelt und der Presse konnte ich auch nicht so viel entnehmen wie heute dem Feuilleton der F.A.Z. oder diversen Beilagen. Das war in den 1980ern und `90ern thematisch nicht sehr stark.

Sie haben an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach studiert.

Genau, von 2001 bis 2007, und nach wie vor bin ich hier. Währenddessen war ich kurze Zeit in London und habe mich dann im Laufe meines Studiums mit 25 oder 26 schon selbstständig gemacht. 2007 habe ich mein Diplom gemacht und hier mein Büro eröffnet – erst in einer Ecke meiner eigenen Wohnung, später dann in einem separaten Studio. Wir haben zwei Etagen, die durch eine Wendeltreppe miteinander verbunden sind. Hier unten, wo wir jetzt sitzen, ist unser Workshop, hier wird handwerklich gearbeitet; oben befinden sich sauberere Büroarbeitsplätze. All das ist über 11 Jahre gewachsen und hat sich gut entwickelt – von der 1-Mann-Werkstatt bis zur 4-Personen-Sache.

Ging das schnell für Sie?

Das weiß ich nicht so genau. Ich denke nicht so in gewöhnlichen Zeiteneinheiten. Ich denke viel eher im Messerhythmus – Köln, Mailand und so weiter.

Wie hat Sie das Studium geprägt, gibt es so etwas wie eine Offenbacher Schule?

Das gibt es auf alle Fälle! Offenbach ist, was ich ganz gut finde, am Anfang einerseits sehr schulisch strukturiert, aber später hast Du dann andererseits eine große Freiheit und man überlässt Dich Deiner eigenen Entwicklung. Ich finde es auch wichtig und richtig, dass es hier noch ein Diplom gibt. In Deutschland bieten das nur noch wenige Designhochschulen an. Für das Studium braucht man eine Gabe und ein Entwicklungspotential – deswegen gibt es ja auch Aufnahmeprüfungen mit Mappen, man lernt das ja nicht einfach so wie andere Berufe. Die HfG gibt die nötigen Freiheiten für diese Entwicklung und bietet die entsprechende Betreuung durch die Professoren. Offenbach ist eine kleine Hochschule, das finde ich auch vorteilhaft. In meinem Fachbereich Produktgestaltung waren wir 200 Leute. Man kennt sich, es ist ein kleiner Campus und hat direkten Kontakt.

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Was macht gutes Design für Sie aus?

Gutes Design ist relativ, für mich geradezu subjektiv. Design ist ein Dialog, eine Kommunikation, zwischen mir und meinem Papier, meinen Arbeitsutensilien, meinem Team, dem Hersteller, den Maschinen bis hin zur Messe. Jeder Designer hat dazu seine eigene Haltung. Bei mir war das damals so, dass ich in Offenbach zwar nicht aufgewachsen, aber weitergewachsen bin. Auf den Schildern vor der Stadt steht ja „Deutsche Wetterstadt“ und „Deutsche Lederstadt“. Es gibt hier auch immer noch das Ledermuseum, das eine wahnsinnig tolle Sammlung hat und natürlich die größte internationale Lederwarenmesse für Geldbeutel, Taschen und so weiter, aber die Industrie ist weg. Die größten deutschen Lederhersteller haben sich aufgelöst oder sind abgewandert. Das ist ein Zeichen dafür, dass das Handwerk verloren geht. Und so habe ich mich bewusst dazu entschieden, handwerklich zu arbeiten – so ist ja auch der Bell Table entstanden – und gerade hier mein Studio zu eröffnen. Bei mir hat alles immer irgendwie mit Handwerk zu tun. Das Handwerk macht mein Design aus.

Wird jeder Entwurf von Ihnen per Hand hergestellt?

Mehr oder weniger ja. Häufig sind es kleine Manufakturen, aber natürlich auch große Firmen. Manchmal kombiniere ich die Herstellung mit neuen Technologien wie der CNC-Fräsung, aber das Meiste ist Handarbeit. (CNC-Fräsungen werden auf der Grundlage von digitalen 3D-Daten erstellt. Letztlich handelt es sich dabei um computergesteuerte Werkzeugmaschinen – Anm. der Red.) Dedon zum Beispiel lässt meine Gestelle und Geflechte in Handarbeit machen. Wenn ich mit Thonet arbeite, dann sind ebenfalls viele Handarbeits-Elemente dabei. Auch der Bell Table entsteht in Handarbeit. Der Tisch ist ein Entwurf von 2009, kam aber erst 2012 zu ClassiCon, weil er mit seiner Materialität und Formensprache einfach zu früh war. Als ich den Bell Table gemacht habe, waren Kunststoffe und neue Fertigungstechniken en vogue, aber ich bin mit meinem Tisch gegen den Strom geschwommen und habe mit Messing und geblasenem Glas gearbeitet. Also wirkliche Handarbeit – in Hessen entworfen und in Bayern hergestellt. Mittlerweile ist der Bell Table das erfolgreichste Produkt bei ClassiCon.

Was ist das Besondere an der Herstellung des Bell Table?

Den Bell Table fertigt eine Manufaktur im bayerischen Wald, die seit 450 Jahren im Familienbesitz ist, in 16. Generation – das ist enorm. Als ich die vor einigen Jahren kennengelernt habe, haben die größtenteils mit ihrem Forstbesitz und Schau-Blasen Geld verdient. Die waren sofort bereit, meinen Tisch herzustellen – und die haben das noch ganz klassisch mit einer Holzform gemacht. Von Poschinger ist der Zulieferer für ClassiCon.  Ich finde es ganz wichtig, die Qualität der Handarbeit zu kommunizieren, um das Bewusstsein der Gesellschaft dafür zu schärfen, das Handarbeit Geld kostet und viel Zeit darin steckt. Allein um einen Fuß für den Bell Table zu blasen, braucht es 15 Minuten. Dann wird drei Stunden abgekühlt, dann abgeschliffen – und dabei sind bestimmt 10 Leute involviert.

Schauen Sie alle diese Werkstätten persönlich an?

Ja, das Handwerk führt mich prinzipiell überall hin – Kolumbien, Zimbabwe, Taiwan … in all diesen Ländern mache ich Projekte. Ich habe mich für Dedon auf den Philippinen ebenso umgesehen wie bei Thonet in Frankenberg. In Kolumbien treffe ich demnächst eine Frau, die mit ihrem deutschen Mann ein Label gegründet hat, das Produkte vertreibt, die in Kolumbien von Familien und Manufakturen produziert werden – Teppiche, Keramiken, Außenmöbel, ein Fahrrad – alles typisch kolumbianisch, aber auch mit meiner Handschrift. Die Zusammenarbeit mit Kolumbien entwickelt sich wahnsinnig gut. Das Maxie Eisen zum Beispiel (ein Restaurant in Frankfurt – Anm. der Red.) hat diese kolumbianischen Möbel draußen stehen.

Sie sind also weltweit unterwegs!

Ja, und das ist das Tolle an meinem  Beruf – zu reisen! Und zwar so zu reisen, dass ich mit Leuten in Kontakt komme. Dann sitze ich irgendwo in Südamerika bei 40°C in einer Hütte und schaue mir an, wie Keramiken produziert werden. Wenn dann abends gemeinsam ein Hühnchen geschlachtet und gegessen wird, sind das Erfahrungen, die wir gar nicht mehr kennen. Das ist wahnsinnig intensiv und gastfreundlich. Private Interessen und berufliche Verpflichtungen kann ich so bestens verbinden.

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Was schätzen Sie an der Handarbeit?

Handarbeit und Handwerk sind über den eigentlichen Produktionsvorgang hinaus bedeutsam. Handarbeit ist wichtig für ein Land und eine Gesellschaft. Jeder Landkreis hat sein typisches Handwerk – so wie die Glasindustrie im bayerischen Wald, die Metallverarbeitung in Solingen, Spitzen-Stoffe in Bamberg und Reutlingen. Überall in Deutschland gibt es solche Regionen, deren Handwerk bedingt ist durch örtliche Rohstoffe. Das macht die Identität solcher Regionen aus.

Wie läuft die Gestaltung eines Produktes ab?

Als erstes kommt das Briefing, also die Aufgabenstellung vom Kunden – und dann trage ich das erstmal im Kopf mit mir herum. Manchmal kommt die Idee nach drei Tagen, manchmal erst nach einem Jahr. Unter Umständen muss ich dann den Kunden vertrösten, aber häufig geht es auch viel schneller als geplant. Meistens sind die Messen meine Deadlines, denn dort werden Entwürfe der Öffentlichkeit präsentiert. Wenn ich eine Idee habe, dann zeichne ich erst einmal, und dann besprechen wir uns im Team und daraus entstehen vielleicht kleine Modelle. Da geht’s dann auch gar nicht um perfekte Proportionen oder Materialien, sondern nur um die Erstellung einer 3D-Skizze am Computer. Aus dem 3D-Modell wird vielleicht ein 1:1-Modell gebaut. Das Modell wird dann dem Kunden vorgestellt und wenn’s gefällt – und das kommt auch nicht immer vor – wird das beim Hersteller weiterentwickelt. Irgendwann entsteht dann ein erster Prototyp, den wir abnehmen. So wächst und entwickelt sich das.

Was ist wichtig für Ihr Design?

Das Wichtige bei meinem Designprozess ist, dass ich die beste Möglichkeit – ob Handwerk oder neue Technologien – nutze, um effizient und ökonomisch und von der Gestaltung her das Beste herauszuholen, ohne das es allzu futuristisch aussieht. Die wichtigsten Eigenschaften von Design sind für mich Wertigkeit und Echtheit und so etwas erreicht man nur durch ehrliches, klassisches Handwerk. Das ist in Frankfurt mit dem Bembel auch so, der nach wie vor von einer bestimmten Manufaktur in Sachsenhausen produziert wird.

Verfolgen Sie ein Ziel mit Ihren Entwürfen?

Das Ziel meiner Entwürfe ist, dass Begleiter daraus werden – und keine Trendprodukte, die nach zwei Jahren obsolet sind. Ich will Produkte machen, die eine Qualität haben, mit durch den Alltag gehen und mit dem Nutzer altern. Deswegen ist natürlich auch die Materialfrage so wichtig: Wie altert ein Produkt? Beim Bell Table war die Antwort auf diese Frage klar. Es durfte keine Kompromisse geben. Der wird nicht aus Kunststoff gemacht. Obendrauf sitzt Messing bzw. Kupfer, und zwar massiv. Und kein anderes Material, das irgendwie lackiert wird. Ich glaube, dass diese Herangehensweise meinen Erfolg ausmacht und praktiziere seit 2009 diese Haltung.

Können Sie den Erfolg eines Produkts einschätzen?

Nein, das kann man nicht planen. Sonst würden ja alle nur noch Hits planen. Natürlich gibt es auch von mir Entwürfe, die keine Hits sind und grundsätzlich spielen viele Faktoren hinein. Der Designer und die Gestaltung ist das eine, aber der Fotograf, der Grafiker, das Marketing – das trägt alles zum Erfolg eines Produktes bei. Wenn ein Katalog schlecht ist, ist das nicht unbedingt förderlich für das Produkt, weil dann beispielsweise das Foto nicht von der Presse genutzt wird. In einem Designprozess müssen also alle Faktoren zusammenspielen. Der Bell Table war beispielsweise mein erstes erfolgreiches Produkt, das meinen Bekanntheitsgrad enorm gesteigert hat. Die Oda-Leuchte gehört auch dazu.

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Nehmen Sie sich vor, was Sie als nächstes gestalten?

Das kommt immer auf den Hersteller an, für den ich arbeite. Am Anfang meiner Selbstständigkeit, nach dem Studium, habe ich einfach Produkte gemacht und versucht, die irgendwo zu platzieren. In der Zeit habe ich auch drei Jahren lang meinen Bell Table gezeigt, ohne dass jemand daran interessiert war. Dann kam irgendwann ClassiCon, die den Tisch in einem Magazin gesehen haben, von sich aus auf mich zu und haben den Tisch erstmals 2012 auf der Messe in Köln in zwei Größen präsentiert. Damals gehörte noch etwas Glück dazu, heute rufen mich die Firmen von sich aus an und fragen nach Kooperationen oder Entwürfen. Über die Hälfte davon lehne ich ab, weil’s für mich nicht passt, ich die Firma nicht verstehe oder mir das Material nicht gefällt.

Haben Sie ein Lieblings-Design-Genre, gibt es so etwas?

Nein, das spannende ist eben, in verschiedenen Bereichen arbeiten zu können. Jetzt gerade arbeiten wir beispielsweise an Sonnenbrillen, aber auch an einem Outdoor-Stuhl. Mit jedem Projekt haben wir die Möglichkeit, neu zu denken und neu anzufangen, uns zu hinterfragen, aber auch Inspirationen aus einem Stuhl mit in die Gestaltung einer Sonnenbrille zu nehmen und von der Sonnenbrille in den Entwurf eines Grills oder einer Vase. Das ist wahnsinnig toll, diese Freiheit zu haben und ich empfinde das als Privileg meines kreativen Jobs. Ich habe Abwechslung und mache nicht monoton eine Sache.

Mit welchem Material arbeiten Sie am liebsten?

Das ist in gewisser Weise projektabhängig, aber ich will, dass ein Material gut altert – wie etwa bei einer Ledertasche. Oder Messing, das anlaufen kann. Mir ist sehr wichtig zu wissen, wo ein Material herkommt und wie es produziert wird. Nur so kann ich mit meinem Entwurf das volle Qualitätspotential ausschöpfen. Man hat ja als Designer auch eine Verantwortung, wie Materialien eingesetzt werden. Das Problem der Kunststoffvermüllung ist ja allgemein bekannt. Es geht ja nicht nur darum, immer nur schöne Sachen zu machen, sondern auch Produkte zu schaffen, die einerseits nützlich sind, aber andererseits auch einen richtigen, verantwortungsvollen Lebenszyklus haben.

Wie kommt ein Projekt zustande?

Mit Herstellern, die ich interessant finde, treffe ich mich, dann schaue hinter die Kulisse und lerne die projektbeteiligten Leute kennen und informiere mich über die Abläufe. Ich muss für mich dann wie gesagt immer auch sehen, wo und wie produziert wird. Bei Thonet war das Briefing, einen ehrlichen Holzstuhl zu schaffen, einen sogenannten Frankfurter Stuhl, ein klassischer Küchen- und Restaurantstuhl. Der sollte neu interpretiert und zeitgem   äßer werden.

Wie ging die Sache weiter?

Wir haben dann erst einmal Thonet besucht, haben über das Unternehmen nachgedacht, was ist typisch für Thonet – das Bugholz zum Beispiel, eine im Ofen gedämpfte Holzstange, die dann gebogen wird, das typische Thonetgeflecht – die Attribute wollten wir auch in unserem Entwurf wiederfinden. Unser Kaffeehausstuhl sollte nicht archaisch sein, sondern auch ein paar elegante und feine Details haben. Wir haben den Stuhl dann innerhalb eines dreiviertel Jahres fertiggestellt und in Köln gezeigt. Im Mai oder Juni dieses Jahres kommt der in den Handel, und wir entwickeln währenddessen das weitere Programm – einen Barstuhl dazu. Und so wächst das dann.

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Treten Sie denn noch mit eigenen Ideen an Hersteller heran?

Ja, manchmal kommt es auch vor, dass wir eine Idee haben und die präsentieren wir dann einem bestehenden Auftraggeber oder einem guten Kontakt – aber das wird immer weniger. Viel häufiger kommt die gezielte Anfrage von einem Hersteller nach einem Sofa oder Esstisch.

Über die Auftragslage müssen Sie sich also keine Gedanken machen?

Nein, und das ist wirklich toll. Als Designer werde ich durch Lizenzen bezahlt. Meistens arbeite ich erstmal in Vorkasse. Wenn das Produkt nach den Messen von den Händlern bestellt wird, bekomme ich Geld. Deswegen ist jeder Auftrag ein Risiko und man braucht ein großes Vertrauen zu seinem Kooperationspartner. Mittlerweile kann ich auswählen, was mir wichtig ist, aber zumeist verfolge ich ohnehin mehrere Projekte gleichzeitig. Anders ginge es auch gar nicht, denn bei Dedon hat es über drei Jahre gedauert, bis das erste Produkt rauskam. Die Sachen gehen zur Verflechtung um die halbe Welt, werden dann wieder nach Bremerhaven verschifft, was auch dreieinhalb Monate dauert – und deswegen finde ich es wichtig, Produkte parallel zu machen, um auch mal loszulassen und Dinge an die Seite zu stellen, um sie dann später wieder anzuschauen und zu gucken, ob ich das noch gut finde oder hinterfragen und neu bewerten muss. Das schwierige bei der Formgebung ist es nämlich zu sagen: Fertig. Der Tisch, der Stuhl ist jetzt fertig, ich bin so zufrieden. Irgendwann musst Du also Designer entscheiden: „So, das Produkt ist jetzt fertig“. Man entscheidet das natürlich immer zusammen mit dem Hersteller.

Wie gehen Sie damit um, als Star-Designer gefeiert zu werden?

Ach, ich kriege das ja so gar nicht mit, wenn dann nur auf einer Messe. Und das hält sich ja in einem zeitlichen Rahmen, ansonsten bin ich ja hauptsächlich in Offenbach.

Fühlen Sie sich hier wohl?

Oh ja! Ich bin ja auf einem Dorf aufgewachsen, das hat mittlerweile so um die 700 Einwohner. Mich hat’s nie nach Frankfurt gezogen, für mich hätte das keinen Sinn gemacht. Offenbach finde ich spannend, weil es hier sehr multikulturell ist und außerdem hat sich die Stadt in den 17 Jahren, die ich jetzt schon hier bin, wahnsinnig gut entwickelt. Offenbach verändert sich auch weiterhin, hier wird viel gebaut.

Wie wurde denn das Gebäude genutzt, in dem sich jetzt Ihr Studio befindet?

Hier war vorher ein Leder- und Pelzhandel mit einer Werkstatt drin, deswegen sind auch Gitter vor den Fenstern – wegen den teuren Häuten. Heute ist das ein Mischgebäude.

Herr Herkner, wir bedanken uns für das Gespräch!

Heute bestellt - morgen geliefert. Cairo!

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