Cairo exklusiv – ein Treffen mit dem Designer Sebastian Frank in München

Sebastian Frank zeigt uns, wie und wo seine Entwürfe eingesetzt werden

München ist für uns immer eine Reise wert – an einem nebligen Tag im November sind wir aber nicht nur, weil wir mit einem Cairo Designstore in der bajuwarischen Landeshauptstadt vertreten sind, dorthin gereist, sondern und vor allem auch, weil uns der Designer Sebastian Frank die Ehre gegeben hat, mit uns über seine Katzenmöbel zu sprechen, seine Entwürfe im „Außeneinsatz“ zu zeigen und gemeinsam unseren Designstore in Augenschein zu nehmen. Der zuvorkommende Kreativkopf hat sich dankenswerterweise einen ganzen Tag lang Zeit genommen, um uns und an dieser Stelle auch Ihnen einen Einblick in sein Schaffen zu geben.

Sebastian Frank ist nicht nur ein kreativer, sondern auch zuvorkommender Mann. Als solcher holt er uns mit seinem Privatwagen am Bahnhof ab, um mit uns in dasjenige Münchner Tierheim zu fahren, welches komplett mit seinen Katzenmöbeln ausgestattet ist. So sehr der Designer uns eine angenehme Zeit in der Stadt zu machen bemüht ist, so sehr versucht sich das Wetter an dem genauen Gegenteil – grau und tief hängen weinerliche Wolken über dem mondänen München. Aber was kümmert uns das Wetter – wir sind in Sachen Design hier, wie auch die Surfer und deren Zuschauer am Eisbach, denen wir vom Auto aus ansichtig werden, sich nicht um das Wetter scheren. Wer braucht schon warmes Wetter, wenn eine Leidenschaft im Inneren lodert? Bei Sebastian Frank ist es die Leidenschaft für gute Gestaltung – und die teilen wir!

Ästhetik und Qualität für Mensch und Tier

Wie so häufig im Leben wurde auch Sebastian Franks Leidenschaft für Katzenmöbel durch eine glückliche Verkettung von privaten Kontakten und äußeren Umständen entfacht. Seine Lebensgefährtin leitet als Tierärztin das Tierheim des Tierschutzvereins München – nicht irgendein Tierheim, sondern das zweitgrößte Tierheim Deutschlands. Dieses sollte neu gebaut werden. In dem speziell für Katzen konzipierten Haus gibt es 50 Katzenzimmer – diese mit sinnvollen und gleichzeitig modernen, der Architektur angepassten Katzenmöbeln auszustatten war die Aufgabe. Und das war des Designers Chance, eigene Entwürfe einzubringen. Sebastian Frank erzählt: „Das Besondere dieses Tierheims sind die Katzenzimmer, die als ganz normale Räume mit mehreren Quadratmetern Grundfläche gebaut wurden. Die Katzen leben hier nicht in kleinen Zwingern. Allerdings sollten die Katzen auch die Höhe der Räume nutzen können. Dafür mussten abgestufte Möbel geschaffen werden, mittels derer die Katzen an Höhe gewinnen können.“

Sebastian Frank konnte die Leitung des Tierheims von seinen Entwürfen überzeugen. Er bekam den Zuschlag, das Haus auszustatten. Den ersten Prototypen sind vielfältige Tests vorangegangen. Die Katzenmöbel unterliegen in einem Tierheim einer dauerhaften Beanspruchung, die nicht mit der Nutzung durch ein einzelnes Tier in einem Privathaushalt zu vergleichen ist. Der Erfinder der Möbel erläutert: „Wir mussten Materialqualitäten auftreiben, die auch gegen Katzenkrallen resistent ist. Wir haben mit vielen Lacken experimentiert, bis wir einen kratzfesten Pulverlack gefunden haben, der sogar reinigungsmittel- und urinbeständig ist. Und die Matte sollte unbedingt aus Naturfilz sein, denn der Filz kann Wärme extrem gut speichern und eignet sich daher perfekt als Liegefläche für Katzen. Durch die natürliche Eigenfettung des Naturfilzes wird außerdem nur schwer Schmutz angenommen. Das war uns sehr wichtig. Die Matte wird überdies hier in der Münchner Umgebung genäht. So können wir eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleisten.“

Anmutige Architektur und ideales Interieur

In dem Tierheim ist jeder Raum mit mehreren Möbeln aus Sebastian Franks Pet Board-Serie ausgestattet. Wie auf einer Art von Treppe bewegen sich die Katzen über mehrere Kletterhilfen in die Höhe, um zu ihrem Ruhe- oder Schlafplatz zu kommen. Um die Räume betreten und fotografieren zu dürfen, ziehen wir uns Hand- und Überschuhe an. Hygiene ist hier im Sinne der Tiere und des Menschen unerlässlich. Die Räume, das Interieur und das Gebäude als Ganzes sind von beeindruckender Modernität und ästhetischer Schlichtheit. Vor allem von außen wirkt die Architektur mehr wie eine komfortable Apartmentanlage denn wie ein Tierheim. Das rechteckige, zweigeschossige Katzenhaus birgt einen Innenhof mit baumbepflanzter Rasenfläche und großzügigen Außengehegen für die Katzen. Geschmackvoll gestaltete Rasenkanten und eine symmetrische Anordnung der Bäume bestärken den Eindruck durchdachter Ästhetik, der sich im Entree des Hauses fortsetzt, welches mit abstrakten Gemälden und einer minimalistischen Sitzgruppe fast schon die Anmutung eines Bistros entstehen lässt.

Nach dem Besuch im Tierheim und einer ausführlichen Inaugenscheinnahme der aktuellen Ausstellung des Cairo Designstores München geht Sebastian Frank genauer auf die Details seiner Entwürfe ein: „Meine Freundin erzählte mir irgendwann: ‚Die Leute sind mehr an Deinen Entwürfen interessiert als an den Katzen!‘“ Was tat der Designer? „Daraufhin habe ich Listen angefertigt und die Tierpfleger haben dann, wenn wirklich jemand explizit nachgefragt hat, gesagt, ‚Ihr könnte Euch in diese Listen eintragen, und der Designer schickt Euch dann mal eine E-Mail‘. Ich habe dann eine Weile gewartet, bis ich genug Kontakte beisammen hatte, um beispielsweise 30 Exemplare von dem Liegebrett, 30 von der Kletterhilfe und 30 von der Hängematte anfertigen zu lassen. Und so nahm die Sache Fahrt auf.“

Sebastian Frank auf der Erfolgsspur

„Daraufhin habe ich eine erste kleine Broschüre gemacht, weil ich meine Objekte auch anderen Tierheimen, Katzenpensionen oder Einrichtungen, die mehr Bedarf haben als eine Privatperson, anbieten wollte. Meinen kleinen Flyer habe ich dorthin geschickt, und dann hatte ich relativ schnell ein gutes Feedback und sah das Problem, dass die meistens auf Spenden angewiesen sind und sich lieber mit dem Hausmeister selbst etwas bauen, als einen fertigen Entwurf zu kaufen. Ich musste dann eine erhebliche Überzeugungsarbeit leisten, damit die Tierheime einsehen, dass es letztendlich günstiger ist, ein qualitätsvolle Katzenbrett zu kaufen als immer wieder ein zerkratztes Holzbrett auszutauschen und neu zu montieren. Ich habe nach einer gewissen Zeit wieder davon abgesehen, Tierheime anzuschreiben und meine eigene kleine Webseite mit Shopsystem gebaut und meine Entwürfe online gestellt – und es wird tatsächlich immer wieder bestellt. Das hat mir dann gezeigt, dass meine Kollektion auch in größerem Rahmen funktionieren kann. Mittlerweile führen auch Händler in Österreich und der Schweiz meine Katzenkollektion.“

Sebastian Frank hat die Messlatte für seine Produkte hoch gelegt: „Bei den Kletterboards – den gewinkelten und geraden Katzenbrettern – ging es primär um die Abstufung, damit die Katzen die dritte Ebene nutzen und in die Höhe Klettern können, gleichzeitig sollen sie sich aber auch drauf ablegen können. Qualitativ muss so etwas natürlich stabil sein, es muss aus Materialien bestehen, die desinfizierbar sind, es muss vor allem im Tierheim Urin und aggressive Reinigungsmittel aushalten, weil dort wirklich mit krassem Zeug rangegangen wird und auch Hochdruckreiniger zum Einsatz kommen. In den Tierheimen besteht nämlich immer das Problem, das Katzen die Bretter Verschmutzen und die Verschmutzung auf die Wand übergeht – deshalb haben meine Katzenbretter eine hohe Rückwand, die ich Highback nenne, eine Aufkantung zur Wand hin. Ein Kriterium wie Langlebigkeit ist selbstverständlich, so dass ich mich bei meinem Design primär an hygienischen Anforderungen des Tierheims orientiert habe. Für meine Entwürfe habe ich mich viel mit professionellen Katzenzüchtern und Tierpflegern unterhalten, um meine Ideen ideal auf die Anforderungen von Katzen und Tierheimen anpassen zu können.“

… auf dem Weg in eine große Zukunft

Die Einrichtung des Münchner Tierheims war für Sebastian Frank ein voller Erfolg. Mittlerweile zeigen immer mehr Institutionen Interesse an seinen Entwürfen. Es ist die Individualisierungsmöglichkeit, die seine Möbel so erfolgreich macht. Während Tiermöbel üblicherweise mit Bezügen produziert werden, lassen sich die Möbel von Sebastian Frank mit eigenen Decken oder Kissen gestalten. Es wäre aber falsch, Sebastian Frank auf die Gestaltung von Tiermöbeln zu reduzieren. Der Designer ist ein Multitalent, der von Privatentwürfen für Individualkunden über Projekte mit Designunternehmen bis zu seinem eigenen Label „Design Sebastian Frank“ ein breites Feld bestellt – die Eierbecher Rocket und Kerzenständer Satellite, die Sie auch in unserem Sortiment finden, legen davon ein eindrucksvolle Zeugnis ab. Bei  seinen Entwürfen legt Frank  Wert auf eine klare und reduzierte Formensprache, ohne dass diese angestrengt wird. Und so sind wir mit dem Gewissen aus München abgereist, einen einzigartigen Designer getroffen zu haben, von dem in Zukunft noch viel zu hören sein wird.

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