Original oder Fälschung? Teil 1: Barhocker LEM

Barhocker LEM – Fälschungen haben keine Chance

Seit geraumer Zeit stellen wir bei Ihnen ein erhöhtes Bedürfnis nach Informationen zu Originalen und Fälschungen von Designermöbeln fest. Nachfragen zu diesem Thema erreichen uns telefonisch, schriftlich und mündlich in unserem Factory Outlet und vor allem auch den Designstore. Als Handelsunternehmen, dass High-End-Möbel höchster Qualität, ästhetischer Perfektion und langer Lebensdauer anbietet, ist uns das Informationsbedürfnis unserer Interessenten und Kunden nun ein Anlass, mit der heute beginnenden Artikel-Serie „Original oder Fälschung?“ einen Blick auf dieses Themenfeld zu werfen – zumal uns gerade im Internet die stetige und zunehmende Präsenz von Anbietern auffällt, die offensiv Fälschungen bewerben. Für den Verbraucher besteht also ein erhebliches Risiko, mit einem Lockvogelangebot eine Fälschung zu erwerben – und für gewerbliche Kunden kann genau das zu einem erheblichen Problem werden.

Wir möchten in unserer Artikel-Serie Originale und Fälschungen großer Designklassiker und renommierter Hersteller vergleichen, um eine Sensibilität dafür zu schaffen, dass ein Plagiat in Design und Qualität erheblich vom Original abweichen kann – und wir werden einen Rechtsanwalt zu Wort kommen lassen, der die rechtlichen Hintergründe des (wissentlichen oder nicht wissentlichen) Kaufs, Weiterverkaufs sowie der gewerbliche Verwendung von marken- und urheberrechtlich geschützten Designermöbeln erläutert. Wie Sie wissen, verkaufen wir natürlich nur die unter Lizenz produzierten Originalentwürfe der von uns angebotenen Hersteller, als da beispielsweise wären Artemide, Cassina, Kartell, Lapalma, USM, Vitra, Thonet und Designer wie Le Corbusier, Marcel Breuer, Charles & Ray Eames, Arne Jacobsen, Philippe Starck, Mart Stam und oder Shin und Tomoko Azumi. Um eben jene letztgenannten soll es heute gehen.

Barhocker-LEM-Plagiat-Vernichtung

Schutz der Händler, Schutz der Kunden

Shin und Tomoko Azumi haben für den italienischen Hersteller Lapalma den Barhocker LEM entworfen. Der LEM wurde unmittelbar nach seiner Erstvorstellung auf den International Interior Design Awards des britischen FX Magazins als „Product of the year 2000“ ausgezeichnet. Seitdem hat sich der Lem als moderner Klassiker etabliert. Die geschwungen angewinkelte Sitzfläche ist anschmiegsam und bequem, die Sitzhöhe ist stufenlos verstellbar. Die Linienführung dieses Hockers ist klar und sinnfällig: Die angedeutete Rückenlehne geht nahtlos über die Sitzfläche in der Fußstütze auf. Wer ihn sieht, will drauf sitzen. Und wer drauf sitzt, will sitzen bleiben.

Ein solch exzellentes Möbel ruft leider Fälscher auf den Plan – gegen die das herstellende Unternehmen Lapalma ergolgreich vorgegangen ist. Vorvergangenes Jahr war Lapalma mit einer Klage gegen deutsche Unternehmen, die diese Fälschungen importierten, erfolgreich. Die importierenden Firmen mussten eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, mit der sie erklärten, zukünftig keine LEM-Plagiate mehr in Verkehr zu bringen. Darüber hinaus mussten die beklagten Unternehmen den Beweis erbringen, dass die Fälschungen vernichtet werden – die drastischen Bilder sprechen Bände. Nicht nur für Lapalma, auch für uns als Händler ist dies ein positives Signal, dass unlautere Mitbewerber entsprechende Konsequenzen tragen müssen. Das geistige Eigentum von Shin und Tomoko Azumi bleibt gewahrt und Sie als Kunde werden davor geschützt, eine qualitativ minderwertige Fälschung zu erwerben, die unter Umständen Ihre Sicherheit gefährden kann.

Übrigens: Im zweiten Teil unserer Serie setzen wir uns mit dem Fälschungsproblem bei Thonet-Möbeln auseinander.

Vernichtung-Barhocker-LEM-Plagiat

9 Antworten auf „Original oder Fälschung? Teil 1: Barhocker LEM“

  1. …ich finde Designklassiker für Auge und Wohlgefühl hervorragend. Leider gibt es nicht jeder Geldbeutel her. So ganz ist es auch nicht verständlich, warum ein Hersteller für ein Teil mehrere 1000€ verlangt und ein anderer wesentlich weniger. Natürlich geht dies zu Lasten der Qualität, aber ich möchte nicht mit meinen Möbeln begraben werden und trotzdem ein solches Teil vielleicht besitzen.

    1. Wer nicht das Geld für ein teures hochwertiges Möbel ausgeben kann oder will muss dass auch nicht. Es gibt ja genug ordentliche Alternativen. ABER: Diese sollten natürlich dann nicht so aussehen, wie ein original Klassiker. Wenn sie eine deutlich abweichende Form und Optik haben, also eindeutig als ein anderes Möbel idemtifizierbar sind, ist es ja in Ordnung. Was nicht geht, ist sich Plagiate zu kaufen. Das ist doch einfach nur peinlich. s heißt nix anderes als: Seht her, dass ich mir leisten kann (aber eigentlich eben doch nicht). Also Vorspiegelung falscher Tatsachen!

  2. Interessant. Bin schonmal gespannt, wie diese Aufklärungs-Serie zum Thema „Original und Fälschung“ weitergeht. Hoffentlich können sich die Autoren dem naheliegenden Impuls erwehren, die „Guten“ und die „Bösen“ in allzu vereinfachender Schwarz-Weiß-Malerei zu bennenen. Denn die Branche des hochpreisigen Möbeldesigns ist etwas komplizierter. Oft kommen die sogenannten Fälschungen aus demselben Werk, das auch die „Originale“ herstellt. Nur darüber wollen die Markenhersteller natürlich nicht reden…

  3. „Das geistige Eigentum … bleibt gewahrt“

    Wie verhält es sich denn wenn der Designer längst tot ist? Müssen auch Erben, die zu dem Entwurf nichts beigetragen haben, noch für Jahrzehnte mit tausenden Euro Lizenzgebühren pro verkauftem Stück belohnt werden?

    Persönlich bin ich auf diesen ganzen Markt nur gestoßen, weil mir ein bestimmtes Möbelstück bei einem Onlinehändler gefallen hat. Daß das von jemandem entworfen wurde, der in Designkreisen berühmt ist, war mir erst gar nicht bewußt und den Namen hatte ich auch noch nie gehört. Stellte sich heraus, daß das Teil eine sog. Replika war für ein paar hundert Euro. Der „offizielle“ Lizenznachbau (von „Original“ will ich mal gar nicht reden, wenns das überhaupt gäbe, stünde es irgendwo im Museum) kostet ein paar tausend Euro.

    Warum sollte ich das bezahlen? Das Möbel hat mir so, wie ich es zuerst sah, gefallen. Solide Verarbeitung, gutes Material, paßt schön in meine Wohnung. Ich will damit nicht handeln, sondern es benutzen. Ob das Ding nun mit einem bestimmten Namen verbunden ist, ist mir Wurscht und ob es irgendwie von einem „Original“ abweicht, ist mir ehrlich gesagt auch piep-egal.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar und Ihre Fragen. Solange das Urheberrecht gilt, stehen den Erben der Designer üblicherweise Lizenzgebühren zu. Wir freuen uns, dass Sie Freude an Ihrem Replikat haben, aber in der Regel ist eine lizenzierte Fertigung einer Kopie hinsichtlich der Material- und Verarbeitungsqualität deutlich überlegen. Vielleicht wollen Sie sich in unseren Cairo Designstores von der Qualität lizenzierter Designermöbel überzeugen? Sie sind herzlich willkommen!

      Mit freundlichen Grüßen
      Xaver vom Cairo.de Team

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